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Nahrungsergänzungsmittel die keiner braucht, außer man möchte Geld mit ihnen verdienen - Teil 2

Vor zwei Jahren habe ich den wohl größten Hit meines Bloggerinnen-Daseins geschrieben "Nahrungsergänzungsmittel die keiner braucht, außer man möchte Geld mit ihnen verdienen.". Irgendwie lesen sich diesen Beitrag noch fast 400 Menschen jeden Monat durch - absoluter Wahnsinn. Und da ich das Thema immer noch interessant und spannend finde, habe ich mir gedacht, dass es heute mal einen kleinen Rückblick gibt und auch einen Vorblick. Oder so ähnlich.

 

Letztes Mal ging es viel um die vermeintlichen Wunderwirkungen von Kurkuma und Maca-Tropfen. Manche Leute haben unter den Beitrag geschrieben, dass sie persönlich oder über fünf Ecken gute Erfahrungen mit z.B. Kurkuma gemacht haben und deswegen ganz erbost darüber seien, dass ich behaupten würde, das würden gar nichts bringen. Der Arzt/die Ärztin hätte das sogar verschrieben!!

- ich habe dazu schon ausführlich in einem Kommentar unter dem Blogbeitrag geantwortet, nur noch ein kurzer Kommentar an dieser Stelle:

 

Korrelation ist NICHT das gleiche wie kausaler Zusammenhang und, war sehr wenige, Ärzt:innen bezweifeln auch, dass Corona so schlimm ist, wie es ist oder leugnen es sogar. Also von daher: solange man gerne mit Kurkuma kocht und das einfach lecker findet, kann man das ja gerne essen. Bei Kurkuma in Kapselform (Curcumin Kapseln) oder anderen Arten von Curcumin als Nahrungsergänzungsmittel, sollte man aber mal wirklich kurz innehalten und sich überlegen, wo denn jetzt der Nutzen des Ganzen liegt, wenn es keinen nachgewiesenen positiven Effekt auf die Gesundheit hat. Wahrscheinlich ist der Nutzen wohl dann eher nicht auf Konsument:innenseite, sondern ganz klar bei den Leuten, die das für viel Geld verkaufen.

 

So. Jetzt geht's aber heute um zwei Dinge. Erstens um Vitamin C als Nahrungsergänzungsmittel und zweitens um Mönchspfeffer.

 

Vitamin C ist quasi in jeder Frucht und in jedem Gemüse drinnen, wir nehmen es also durch eine ausgewogene Ernährung auf und können so unseren Tagesbedarf decken. Fest steht: Vitamin C ist eines der wichtigsten Vitamine überhaupt und hat antioxidative Wirkungen, wirkt sich bei einem gesunden Menschen positiv (also im Sinne von erfreulich, nicht Corona positiv...) auf das Krebsrisiko aus und begünstigt die Aufnahme von Eisen.

 

Wer muss dann also Vitamin C Präparate nehmen? Vor allem Menschen, die nicht genug Vitamin C durch die Nahrung zu sich nehmen (was in der ersten Welt hoffentlich niemand sein sollte, da wir alle genug Möglichkeiten haben gesund zu essen!). Außerdem können solche Dinge wie Rauchen, Stress, Krankheit unseren Vitamin C Bedarf erhöhen, weswegen man ebenfalls darüber nachdenken sollte, wie man diesen deckt.

 

Wenn Du also gesund bist und dir Obst und Gemüse leisten kannst, dann brauchst du Vitamin C Präparate nicht. Durch deine Nahrung wirst du eben dieses und noch viele weitere, gesunde Vitamine, Ballaststoffe und Mineralien aufnehmen. Also getreu dem Motto: an apple a day keeps the doctor away... spar dir das Geld für die Präparate und iss nen Apfel.

 

In dem Artikel, den ich Euch verlinkt habe, sind die Studienergebnisse der letzten Jahrzehnte zusammengefasst und in gut verständlichem Englisch niedergeschrieben. Er ist zwar schon ein bisschen älter, allerdings habe ich keine wesentlichen Neuerungen in neueren Veröffentlichungen finden können [1].

 

Mönchspfeffer soll beim PMS (prämenstruelles Syndrom) und bei "zyklischen Brust Unwohlsein" helfen. Ich gehe davon aus, dass die damit das Ziehen in der Brust meinen, dass man zyklusbedingt hat (als menstruierende Person) und das ich jetzt auch zu PMS dazurechnen würde. Na ja. Mir wurde außerdem mal noch berichtet, dass er den Zyklus wieder einpendeln solle, die Fruchtbarkeit erhöhe und weiß der Kuckuck was. Die Studienlage ist dürftig.

 

Was allerdings ansatzweise gezeigt werden konnte: PMS Beschwerden können mit Mönchspfeffer gemindert werden, Brust-Unwohlsein?! ebenfalls und es gibt auch Hinweise darauf, dass es die Fruchtbarkeit positiv beeinflussen könnte. Leider ist die Studienlage immer noch nicht so wahnsinnig toll, da Mönchspfeffer allerdings kaum Nebenwirkungen hat, ist es wohl mal einen Versuch wert [2].

 

Das ich sowas mal sagen würde...

 

Fazit: Nahrungsergänzungsmittel sind nicht alle für den Arsch. Yeah! Allerdings muss man immer zweimal hinsehen, wer da jetzt wirklich wie von profitiert. Der beste Vergleich hier sind eigentlich die Maca-Tropfen mit dem Mönchspfeffer. Es werden ähnliche Dinge versprochen, aber nur beim Mönchspfeffer gibt es brauchbare Hinweise auf eine positive Wirksamkeit und selbst die ist nur unter Vorsicht genießbar, weil die Studienlage nicht sehr aussagekräftig ist. 

 

Wie auch vor zwei Jahren kann man am Ende wohl nur sagen: wenn ihr denkt, dass Euch etwas fehlt, dann geht bitte zum Arzt oder zur Ärztin und lasst Euch Blut abnehmen (großes Blutbild). Da könnt Ihr genau sehen, was Euch fehlt und alles, was über Instagram und sonst wo vertickt wird: durch eine ausgewogene Ernährung seid ihr meist besser beraten und oft steht der Preis der Produkte in keinem Verhältnis zur Wirkung. 

 

Habt immer im Hinterkopf: wer verdient hier mit? - und ihr werdet sehen, wie viel ihr doch nicht braucht...

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